VfL Osnabrück – VfB Stuttgart, 1:0

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Eigentlich sollte das Auswärtsspiel in Osna unser 25 Jahre Bus werden, eigentlich sollte der VfB souverän durch die Bundesliga zwei stürmen, eigentlich müsste Spider-Kuhn bei so einer Tour dabei gewesen sein und eigentlich müsste jeder mal in seinem Leben in Bali (nur nicht Dubai) Urlaub machen. Doch meist kommt es eben anders…

So war es auch, dass ob eines unglaublichen Kartengalamas (gut die Bremer Brücke offeriert jetzt auch nicht gerade unbedingt 10.000 Gästekarten) unser geplanter Jubiläumsbus sang- und klanglos ins Wasser fiel, so dass man sich auf Bürker Reisen verlassen musste, der eine preislich äußerst attraktive Gruppenreise per Bahn, die einen aber an die Grenzen des physisch machbaren führen sollte, auftat. So schlossen sich ab Freitagabend Schorle, AK, Medes, Plüschi, Sebi, Sailo, Thomasi und der Schreiberling der illustren Reisegruppe an. In Ulm traf ich nach kurzem Power Nap dabei neben zwei Kisten Wulle auch auf noch verzweifeltere Kadetten, die zum KFC nach Uerdingen fuhren, um ihren FCK spielen zu sehen. Lautern geht eben immer als mahnendes Beispiel voran, gell :-). Also rein in die Peitsche, doch Achtung, Shit, Skandal und Kruzi Nesn, einer hat sein Täschelein bereits im vorangegangenen Regionalzug vergessen: Fuck schlechtes Karma wohl für den ganzen Tag. Egal, also das schlechte Karma versucht mit den ersten Wulle zu bekämpfen, was insbesondere dem Reiseleiter sehr gut gelang, so dass man sich auch hier einen Power Nap auf dem stillen Örtchen gönnen konnte. Hatte man sich im Vorfeld noch ein wenig gewundert, warum der deutsche Shinkanzen denn knapp 4 Stunden von Ulm nach Frankes brauchen sollte, war spätestens beim Halt in Kallsruh bzw. Kallsruh-Durlach klar, dass bei Nacht wohl nicht eben nur um einiges langsamer gefahren wird, sondern es wohl auch a bissle meh zum gugga gibt und man dem einen oder anderen Regionalbahnhof eben seine Aufwartung machen muss. Aha, wieder was gelernt. Wie man allerdings damit umgeht, wenn der größte Stelzbock des Haufens ausnahmsweise nicht mit dabei ist und man sich dann die Frage stellt, wie er denn nun ein paar Mädels in ein Gespräch verwickelt obwohl diese schon bereits an einem vorbei gegangen waren, kann es nur eine Lösung geben: Aus Theo Deluxe Kuhn, wird eben Spider-Kuhn, der bei voller Fahrt auf das Zugdach klettert, sich mit seinen Spinnenfäden festhält und dann am anderen Ende des Ganges in lockerer Pose seine Aufwartung macht, um sich nach der Lage der jungen Damen kundig zu tun. Fehlte also nur noch Ruitzabichl, den zwar aktuell grad gar nix mehr ruit, den man aber genau so lang schon nicht mehr beim VfB gesehen hat, sehr schade. Egal, man waren einige froh, dass das Bistro um Punkt sechs seine Toren öffnete, denn der wohl dosierte Biervorrat ging doch überraschend schnell zu Ende. Also machten sich die Frohnaturen Medes und AK auf, um das herrlich kühl gezapfte Weizen zu genießen während die Anderen tatsächlich nochmals powernappten. Doch nach einer weiteren Stunde hielt es niemanden mehr auf seinen Plätzen, so dass eben doch dem Bistro seine Aufwartung gemacht wurde. Hier saß aber nicht etwa ein fröhlicher Haufen, der einen netten Plausch hielt, sondern Bruder Madig mit seinem Genossen „Leck me doch els am Arsch“. Jesus Maria, war hier die Laune am Boden, weil es eben morgens um sechs keinen Kaffee und auch nur Erdinger Weizen aus Pilsgläsern gab. Selbstredend, dass durch nette Nachfrage und ein wenig Charme, wenig später sowohl Kaffee als auch Weizengläser vorhanden waren . Den letzten Umstieg in Hannover in die Regionalbahn, Entschuldigung Westfalenbahn, sollte man dann auch noch erfolgreich nehmen, so dass man nach kurzem Zwischenstopp beim Kaiserdenkmal Porta Westfalica, einem großen Humpen Becks Gold und allerhand Ortskunde pünktlich und ohne Witz genauso wie vorhergesagt um 10:41 Uhr den Bahnes in Osna betrat. Eigene Dummheit führte dann dazu, dass man auch just noch eine weitere Stunde genau hier verbrachte, bis in den bereit gestellten Shuttlebus endlich genug Gefahrenpotenzial vorhanden war, nachdem vier Filzer den Bus betraten und man dann endlich los fahren konnte. Lecko mio, war des bitter. An der wirklich satten Bremer Brücke angekommen, musste man erst mal allen alten Bekannten Hallo sagen. Satt wer alles da war (Ehinger, Haller, Brüden, Ragazzi Rossi, Cat, Nico, usw.) und auch Phils ehemalige Kommilitonin, die heutzutage mit ortsansässigen Weltkonzernen durch die Gegend fliegt und durchaus mit einem gewissen Talent im Bierkonsum ausgestattet ist. Die Bremer Brücke glänzt mit sehr alter Technik (der Kameramann war im Prinzip im Leiterwagen der Feuerwehr untergebracht) und nicht vorhandenen sanitären Anlagen: So gibt es nur vereinzelt fest installierte Pissoirs und fürs größere Geschäft stehen eben mobile Dixis zur Verfügung, quasi ein WM-taugliches Stadion eben… Ziemlich satt und alle hatten Bock, nur mal wieder die Herren Spieler nicht, so dass es nach gefühlten 2 Minuten bereits 1:0 für den Underdog aus Osna stand. Während auf den Rängen vom Stuttgarter Pöbel eine sehr satte Sohle aufs Parkett gelegt wurde, hatten unsere wohl das falsch Schuhwerk aufgezogen, so dass Halbzeit 1 einfach nur grausig war. Ich gebe zu, dass wir in der zweiten wohl einige Chancen hatten und dass das Spiel in der Zusammenfassung sicherlich ganz gut aus (wegen eben dieser Chancen), zugleich muss ich aber anmerken, dass man zu keiner Zeit im Stadion das Gefühl hatte, dass hier jetzt wirklich gleich ein Tor fällt. Da lag eher der spontane Einflug von Spider-Kuhn in der Luft als der Ausgleich des VfB. Und so sollte es eben dann auch ausgehen und man hat eben nun auch grad schon mal vier mal in der Liga verloren, sauber! Ich möchte an dieser Stelle keine Trainerdiskussion beginnen, aber wenn Du zum wiederholten Male den nicht zu akzeptierenden Karazor auf der sechs bringst und dich damit auch noch auf der Außenbahn schwächst, weil hier eben nun Antitechniker Ascacibar kicken muss, dann kannst Du noch so viel über Fußballrevolution nachdenken, hast aber die very basics halt gar net verstanden!
Das eigentliche Galama ging dann aber erst genau beim Abpfiff los. Irgendwo in Hamburg hatte es wohl eine Signalstörung gegeben, so dass im Prinzip jeder Zug im nördlichen Teil der schönen Bundesrepublik ausfiel und unser zeitiges Heimkommen kurz übelst in Gefahr war. Die Schwarmintelligenz ließ uns aber alle (Danke nach Hall!) in eine satte Verbindung, die mit 4 mal umsteigen ebenso abenteuerlich wie satt war, nehmen, die tatsächlich funktionieren sollte. Von Osna nach Rheine, nach Köln, nach Mannheim, dann nach Stutte und ab nach Hause hieß es also, was sehr gut klappte. In Frankfurt-Flughafen wünschte ich mir dann wiederholt Spider-Kuhn zur Hilfe, sollte das eigentliche Highlight des Tages nun folgen: Zwei junge Damen betraten den Wagen und erzählten kaum aufgeregt von Ihrem Urlaub in Bali, wie geil es da war und dass man unbedingt da mal hin müsste. Dem einen oder anderen wurde es relativ rasch zu viel, wieder andere vermuteten doch zumindest ein relativ nettes Mädchen hinter den selbst-ernannten „Insta-Bitches“. So wurde getrau dem Motto „follow for follow“ der insta-Account ausgetauscht und ich konnte es mir dennoch nicht verkneifen, meine Abneigung im Sinne eines sich kundig tuenden Stichlers mit nicht vorhandenen Arschgeweihen sowie sozial angehauchten Studiengängen kund zu tun. Das war vermutlich nicht die ganz feine Art, aber zumindest weiß ich nun, dass Bali für mich definitiv nichts ist und immerhin wuchsen Medes Insta-Follower durch die beiden Damen exponentiell. In Stuttgart sollten wir tatsächlich noch den TGV erreichen, um wenig später zu bemerken, dass es sich doch um eine Regionalbahn handelte. Das sollte sich aber als der vermutlich klügste Schachzug des ganzen Tages herausstellen, da sowohl die Reiter losgelassen, als auch Ardes Umschnalldildo besungen und zu guter Letzt Terrence Hill und Bud Spencer mit einem satten „la la la la la la“ gehuldigt wurde. Nicht zu vergessen, der eine oder andere streichelte noch seinen Puh, what the fuck hc?!
Für mich ging eine sensationelle Fahrt dann in Ulmes zu Ende, während die Mitfahrer noch einige Kilometer zurück zu legen hatten, die wohl wie bei Deutsch Scheiße Bahn nicht anders zu erwarten mit dem Taxi zu meistern waren.
In zwei Wochen gilt es dann Herr Walter, gell  Gruppo Anti KA(razor)! Allez VfB

   

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