VfB – Hannover, 2:1

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Und schon war es wieder soweit, die fußballfreie Zeit hatte ein Ende und die stärkste Zweite Liga aller Zeiten rief zum Eröffnungsspiel. Nach denkwürdiger Mitgliederversammlung war es also an der Zeit zu beurteilen, ob Herrn Walter „Gas“ tatsächlich so voll war wie auf der MV angekündigt.

Auf unterschiedlichsten Reisewegen ließen sich dieses Spektakel auch zahlreiche Beavers nicht entgehen, so dass im ersten Spiel des 25-jährigen Bestehens unseres Sauhaufens eine doch recht stattliche Anzahl von verrückten den Weg ins Neckarstadion fand! Weiter so! Die vermutlich wichtigste Frage, wer denn nun den Brustring als Kapitän aus Feld führen sollte, wurde Gott sei Dank mit Krieger Kempf statt Pussy Castro beantwortet, so dass schließlich auch Medes dem Kick beiwohnen konnte.
Viel wurde gerätselt ob des neuen Trainers Spielidee und des eigentlich dafür nicht vorhandenen Spielermaterials, aber bei Gott endlich war wenigstens ein Plan zu erkennen wie man Fußball spielen (ja wirklich spielen und nicht rotzen) will. Krasse Laufwege, insbesondere von denen, die eigentlich primär fürs Tore verhindern da sind, und spielerische Lösungen, so dass Neuzugang Kobel bereits nach 5 Minuten zum zweiten Mal am eigenen Fünfer ins Dribbling gehen musste, geben einen Vorgeschmack auf das, was wir diese Saison (also mindestens bis September) erwarten dürfen. Im Prinzip wie bei Zorniger damals, nur mit noch schlechterem Spielermaterial. Meine Hoffnung ist, dass im Gegensatz zu Zorniger damals in der zweiten Liga eben nicht gleich jeder Fehler mit einer Bude bestraft werden wird und wir damit dieses System lernen können. Krass wird’s aber sicher werden und das eine oder andere Ei werden wir uns schon selbst ins Nest legen. Aber, macht auf jeden Fall Spaß.
Die Kurve tat ihr übriges und empfing die Mannschaft mit einem „Bochum-Revival-Ole Ola“ und legte eine äußerst flotte Sohle aufs Parkett; schwieriges Stuttgarter Umfeld eben, gell. So dauerte es auch nicht lange bis – zugegeben nach anfänglichen Schwierigkeiten – Gomeze nach Traumflanke (ohne Witz) von Sosa einnetzte. Geile Bude. Dass Didavi ein feines Füßchen hat und Zieler ein wackliges Handgelenk weiß man in Stuttgart nur zu gut und so erhöhte der Nürtinger mit feinem, aber eben doch haltbarem Freistoß folgerichtig auf 2:0. Schon krass, dass ausgerechnet Dides und Gomez hier netzten, insbesondere bei Gomez sah man fast den Jungen aus dem Jahr 2007 auf dem Platz, der auch den einen oder anderen defensiven Zweikampf souverän gewann.

Der eigentliche Star des Abends war aber ebenso wenig die Mannschaft, noch Joungster Awoudja – der ein sensationell unglückliches Debut im Profifußball ablegte –  noch die Kurve, die eben diesen Awoudja mit Standing Ovations nach seinem Eigentor und seiner gelb-roten Karte in die Kabine verabschiedete, sondern bei Gott Theo! Was isch blos mit dem Kerle in der Sommerpause passiert? Gab er nicht nur Medes und mir Nachhilfe bei Spielernamen („Des isch der Al Ghaddioui - bei Moslems kenn i mi aus“), sondern wusste auch gleich mit Fachwissen zu gefallen, dass der Schiri nun nicht mehr Luft sei und es bei Ballkontakt mit eben jenem dann Schiedsrichterball gäbe. Heilandzack! Chapeau Theo!

Einen Regenguss und ein paar krasse Fehlentscheidungen des Schirigespanns später, war dann der erste Heimsieg dieser Runde perfekt. Danke, hat Spaß gemacht! Sicher wird es mit dieser Spielweise Rückschläge geben und sicher ist bei weitem noch nicht alles Gold was glänzt, insbesondere wenn Bades jetzt auf einmal spielen muss, aber darauf kann man aufbauen.

Und noch was Trauriges an diesem Tage darf auch nicht unerwähnt bleiben: Ruhe in Frieden Schäberle!

Allez VfB!

   

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