Gedanken zur jetzigen Situation

Das war Sie also, die Ära Markus Babbel am Cannstatter Wasen, dessen durchaus unrühmlicher Abgang gestern Abend zum Fakt erklärt wurde. Mich packt an diesem morgen die Schreibwut und meiner Meinung nach gibt es ein paar Dinge klar zu stellen, zu analysieren und leider auch kritisch zu beleuchten. Lasst uns die Saison kurz noch mal vor Augen führen:

Nach dem Weggang eines gewissen Mario G. aus U. wurde wohl allen nochmals vor Augen geführt in welchem Geschäft (!) wir uns doch bewegen und wir eigentlich nur die „MARIOnetten“ sind, welche das besser zahlende Klientel im Stadion unterhält und dankbar sein muss überhaupt noch geduldet zu sein. Es war wohl jedem mit ein bisschen Ahnung klar, dass dieses Jahr bei Gott kein Zuckerschlecken werden würde. Okay man dachte wie jedes Jahr, beim Marica wird’s jetzt schon klappen und vielleicht hat der Cashtürk auch mal wieder Bock. Aber, na ja… Ihr wisst es selber. Der durchaus holprige Start wurde durch das Highlight – Pokalaus in Fürth – endgültig zu einem satten Fehlstart und zu einer bedrohlichen Situation. Die Jünger des Brustrings aber unterstützen Ihren Verein, zu dem nach bisherigem Kenntnisstand auch die Mannschaft gehört, überall und immer. So blöd es sich anhört für die Szene, das wissen alle Beteiligten am Besten, ist so eine Phase durchaus oft reinigend und schickt die „Modeszene“ wieder nach Hause…

Was mich aber dieses Jahr einfach richtig stört und ein Rückfall in alte Muster ist, ist die Tatsche, dass unsere Kicker schon so satt sind und sich nicht mehr zerreißen.

Das schlimme ist, das sind Leute wie z.B. Herr Samuraikrieger Tasci, dem außer seiner bescheidenen Frisur nichts mehr wichtig ist oder auch Herr Magnin, der einem quasi ins Gesicht sagt nicht mehr für den VfB spielen zu wollen wegen seiner WM (ich lach mich tot). Ist es dann nicht viel mehr (die den Fans vorgeworfene) Heuchlerei genau diesen Typen bei so einem Spiel wie gegen Bochum aufzustellen, hieß es nicht noch vor ein paar Wochen, dass nur derjenige spielt der alles für den Verein gibt? Wie sind dann Aufstellungen von Herrn Magnin, Herr Bastürk und Herrn Marica um nur mal ein zwei zu nennen, zu rechtfertigen? Das ist Heuchlerei!!!

Wissen die vielzitierten „Jungs“ eigentlich was es heißt mit einem Durchschnittsgehalt eines ganz primitiven Arbeiters Montag bis Freitag zu überstehen, um dann am Wochenende die Leidenschaft die unserem Leben Sinn gibt auszuleben. Könnt ihr Jungs euch vorstellen dass ein Großteil der Leute die euch am Samstag verschmäht haben, bereits lange vor der Jahrtausendwende für Ihren VfB alles gegeben haben und gerade EUCH die letzten Jahre bedingungslos (!)  unterstützt haben. Aber noch mal wir sind keine Marionetten und der VfB ist uns das wichtigste. Ihr Spieler, Funktionäre und was weiß ich wer seid bei einem Abstieg alle weg, was bleibt sind wir! Und Ihr wisst das eben auch, daher macht ihr es euch jetzt leicht alles auf die Fans zu schieben. Leute, wir haben den 16. Spieltag vor der Brust und wir müssen jetzt aufwachen.

Einen Bus an der Einfahrt zu hindern ist sicher keine Lösung, allerdings müssen wir aufhören alles hier dermaßen überzubewerten und vor allem bewusst zu dramatisieren. Wissen die Herren Meinungsmacher dass nach dem Spiel nichts (!) passiert wäre, wenn sich einer der Verantwortlichen vor die Menge gestellt hätte und mal etwas zum Besten gegeben hätte. Die Fans, Ultras, Hooligans was auch immer, wollen von den Verantwortlichen Leuten den Eindruck gewinnen dass Sie bedingungslos alles für unseren Brustring geben. Nicht mehr und aber eben auch nicht weniger.

Ferner ist es nur noch arm das dramatische Schicksal des Robert Enke in sämtlichen Interviews anzuführen und zu  behaupten die Fans hätten nichts gelernt. Schämt Euch, das Schicksal und die Trauer der Familie Enkes derart blasphemisch für Euch nutzen zu wollen. Pfui Teufel! Fakt ist, dass am Samstag bis auf zwei oder drei bengalische Feuer und Rennereien mit der Polizei niemand zu schaden gekommen ist, und Ihr wisst es so gut wie ich, wenn sich jemand der Verantwortlichen gezeigt hätte, auch einfach nichts passiert wäre!!!

Fußball ohne Emotion ist wie Demokratie ohne mündige Wähler. Daher lassen wir uns unsere Meinungsäußerung nicht verbieten.

Noch was zum Abschluss: Herr Babbel hat gestern gesagt, dass insbesondere seine Jungen Angst gehabt hätten: Ich kann das nachvollziehen, aber es liegt vielleicht auch daran, dass die Jungen die einzigen sind die (momentan noch) wissen was der Verein für Sie bedeutet. Sie sind es die momentan alles geben. Ich sehe lieber 10 Rudys und 1 Schieber in der Startformation als einen Schweizer, der nur noch nach Kapstadt will…

Denkt mal drüber nach!