Wieder mal Europacup, wieder mal Young Boys Bern und wieder mal eine kollektives Gästeverbot. Willkommen im europäischen Vereinsfußball des Jahres 2026. Mahlzeit! Gott sie Dank gibt es aber auch ein bisschen Normalität, am heutigen Donnerstag in Form eines von Turbo Bottenschein für sagenhafte 18,93 EUR organisierten weiß-roten Fanbusses.

So schlossen sich Boxer, Medes, AK, Jens, Elsmar, Turbo und der Schreiberling der Peitsche an, die in Ulm noch erstaunlich leer war, sich aber bis Plochingen durchaus bis auf den letzten Platz (warum eigentlich?) gefüllt werden sollte. Man traf auf das eine oder andere Gesicht aus alten Tagen (gell Schlauchi), aber auch auf „neue“ VfB-Nasen, die mich wohl auch nur vom Hörensagen kennen (gell Felix). Während man sich langsam auf das Spiel einstimmte, und sich an Lach-, Sach- und Laufgeschichten aus Rom erlabte, wusste der Bus an sich, die Getränke im Speziellen, zu Gefallen, aber der Busfahrer im Allgemeinen zu enttäuschen. So packte er doch die altbekannte Ausrede aus, dass „wegen der Kälte“ das örtliche WC nicht zu benutzen sei. Iss klar, ne… Wer die eine oder andere schwachbehütete Konfirmandenblase unseres Haufens kennt, weiß was das für eine Ansage war…
Nach endloser Fahrt landete man schließlich mit gar nicht mehr so viel Puffer in Stuttgart an und lief sogleich Sailo und den Highlandern in die Arme. Grüße auch an dieser Stelle an Seele, den alten Haudegen… Noch kurz ein Bier für 6,50 EUR nicht getrunken und schon ging es ab in das weite fast prall gefüllte Rund, jedoch nicht vorher ohne eine „echte“ Eintrittskarte der Crew 36 abzustauben, schöne Idee, Jungs! Ein Blick in den Gästeblock machte einem nochmals klar, dass es heute eher weniger emotional auf den Rängen zugehen sollte, wurden die Ostkurve Bern doch kollektiv aus dem Stadion verbannt. Dass dies aber doch genau gar nicht so einfach ist, wurde dann um 20:59 Uhr klar, als rund 300 Berner ihre Farben zu erkennen gaben und einen kleinen Block in gelb tauchten. Schöne Aktion und auch Kompliment an die Stuttgarter Nasen, die der UEFA gemeinsam mit den Bernern ein Schnippchen schlugen. 
Auf Cannstatter Seite freute man sich noch Suhles, Nini und nebst anderen alten Bekannten das rote Ried begrüßen zu dürfen und läutete die Partie dann mit einer satten Choreo (wer erinnert sich noch an den gezeigten Schal in seiner Kindheit?) ein. Schwups die wups stand es nach 10 Minuten dann schon 2:0. Spötter sahen das getippte 5:0 oder sogar 10:0 schon in greifbarer Reichweite, da die Kicker aus Bern es ihrer Kurve wirklich gar nicht gleich taten. Während die 300 aus Bern einen wirklich guten Auftritt hatten, waren deren Kicker erbärmlich. Selten habe ich so wenig Fußball auf europäischem Niveau gesehen. Aber dann ab Minute 35 sah ich mal wieder einen VfB, den man fast schon vergessen glaubte: Aus keinem Grund stellte man das Fußball spielen ein und einen Torwartfehler später und noch ein Traumtor später, stand es 2:2 und wir waren der Niederlage bei weitem näher als dem direkten Weiterkommen. Dann wollte man zwar wieder, aber wie im Liebesleben, konnte man nicht mehr. Eigentlich hatten wir uns dem Unentschieden schon abgefunden, aber der aktuelle VfB ist eben eine krasse Nummer, sodass man das 3:2 förmlich erkämpfte, worauf der Kessel doch noch zumindest ein wenig explodierte. 
Den Rückweg zum Bus verbrachte man dann mit google maps, um Rasgrad in Bulgarien zu finden, um dann doch zu hoffen, dass es lieber Celtic im Playoff werden sollte. Aber zunächst war es dann an der Zeit, auf Jens nächstes Lebensjahr anzustoßen. Der Bus packte ein sattes Potpourri bester Geburtstagslieder aus (herrlich, wenn Familienväter die Klassiker aus der Krabbelgruppe auspacken) und dann irgendwann mitten in der Nacht nach viel zu langer Fahrt, kehrte man wieder in der heimischen Koje ein.

So neigte sich ein schöner Europacupabend mit Bottenschein-Reisen dem Ende und nun geht es also wieder mal nach Glasgow, enjoy you boyz in white!

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