VfB – KSC, 3:0

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Derbyzeit in Stuttgart, darauf hab ich mich früher immer sehr gefreut. Die Aufeinandertreffen mit dem KSC waren zwar immer mehr zur Seltenheit geworden, aber vermutlich gerade deswegen hatten diese Spiele immer ihren besonderen Reiz.

Nur am heutigen Spieltag merkte ich schon in Ulm, dass es wohl eher nur so mittel werden sollte. Man man, was da für geistige Überflieger (im VfB-Trikot) in Ulm einstigen, herrlich. Da wärst echt lieber zu Hause geblieben als Max und Moritz beim alljährlichen Ausflug der Bude henterpfuidoifel beizuwohnen. Jeder Trottel hatte wohl im Vorverkauf Karten für den Wetz erhalten. Die Situation besserte sich aber schnell, da Medes eben jene Medizin auspackte und somit das 1893% Glücksgefühl herstellen konnte. Danke dafür!
Spätestens als man bei Baba die einen oder anderen sehr alten Bekannten wieder traf, passte es wieder und so langsam schlich sich dann doch das Derbyfieber ein. Ein geiles Gefühl! So startete man frohen Mutes am neuen Geldautomaten vorbei gen Neckarstadion, um einen nur zu zwei Drittel gefüllten Gästeblock vorzufinden. Zugegeben, dachte ich erst an eine Aktion der Karlsruher, bevor es dann aber schnell die Runde machte, dass die aktiven KA-ler einen Platzverweis erhalten hatten. Jetzt fragt man sich natürlich was da wieder passiert war: Schafft es eine aktive Fanszene nicht, sich auf dem Weg vom Bahnhof ins Stadion nur eine halbe Stunde zusammenzureißen, um ein derart wichtiges Spiel im Stadion zu sehen? Oder hatte Vater Staat schon früh morgens eben ganz andere Pläne? Sicherlich ein wenig was von beidem, aber wenn ich von 200-500 Platzverweisen und erkennungsdienstlichen Maßnahmen lese, dann muss schon auch die Frage erlaubt sein, ob das nicht von langer Hand geplant war und durch Dummheit einzelner KA-ler eben einfach umgesetzt werden konnte. Fakt ist, dass Du ohne Gegner das Derby halt genau so lassen kannst. Da kann die Cannstatter Kurve noch so eine genial Choreo zeigen, wenn vom Gästeeck nichts kommt, ist das alles allerlei. Da war danach im Esslinger Kebapladen, als es doch für einen geschätzten Gast etwas zu lange dauerte, mehr Aggression im Spiel als bei diesem "Derby".
Obwohl unser Cleverle von Trainer sich mit seinen Interviews vor dem Spiel nicht lumpen ließ, den Gegner ordentlich anzustacheln, war auch von den Spieler auf beiden Seiten null komma null Derby angesagt. Kaum Zweikämpfe, kaum Nickligkeiten und ein Spiel zum Abgewöhnen. Dennoch gewann der VfB relativ souverän mit 3:0 aber mal wieder ohne wirklich gut gespielt zu haben. Nur Kapitano Kempf hatte dann noch einen sensationellen Auftritt, eben auch ein Cleverle hier noch 5 Minuten vor Schluss ne dunkelrote (keine Wurst) zu ziehen!
So gewann man das Derby und verlaberte die Rückfahrt mit sensationellen Hoppergeschichten von Scheckes und FH (wie satt ist es, wenn Nazareth gegen Betlehem spielt und Du danach das Teheraner Derby siehst?) und war am Ende des Tages froh, dass der „Derbywahnsinn“ nun wieder ein wenig ruhen sollte.

Aber der VfB wäre eben nicht der VfB, wenn er diesen Sieg mal wieder überbewerten haben sollte (ich schreibe diese Zeilen als es 0:2 in Sandhausen steht…) und somit muss meiner Meinung nach wieder und immer fucking wieder der Charakter dieser Truppe in Frage gestellt werden.


VfB Stuttgart das sind wir!

   

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