VfB – SV Werder Bremen 2:1

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Und wieder machten sich an diesem schönen Samstag unglaublich spezielle Menschen auf den Weg nach Cannstatt, um Ihrer saisonalen Leidenschaft zu frönen und dabei Ihren Mitmenschen gehörig auf den Sack zu gehen. Nein, es ging nicht um die sagenumwoben asozialen Fußballfans, sondern um den Wasendepp, der jedes Jahr im September seine bei Lidl erworbene Tracht auspackt und meint damit aufs Oktoberfest äh den Wasen zu schlendern. Aber, Fußball gespielt wurde an diesem Tag auch, zumindest von einer Mannschaft.

Gott sei Dank reiste der Schreiberling erst kurz vor knapp an, so dass man dem Wasenchaos zumindest ein wenig entging und dann am Stadion noch ein wenig einkehren konnte. Kurz das unsgägliche Auf und eher Ab unseres VfB besprochen, ging es dann auch schon rein in die Schüssel, wo mit dem SVW aus Bremen ein aktuell gut aufgelegter Gegner warten sollte. Dieser hatte wie auch schon Düsseldorf und München Ihre Szene auf der A8 vergessen und so begann das Spiel ohne Gegner auf den Rängen (wird das jetzt normal?), aber mit einer Chaos-(Geburtstags)Choreo für unseren VfB. Musst Dir schon auch mal geben, wie weit die aktive Szene vom VfB entfernt ist, wenn die 125-Jahre „Choreo“ unter der Motto „Chaos Club Cannstatt seit 125 Jahren“ steht.
Pünktlich zum Anpfiff schafften es auch zwei sensationelle Exemplare des Wasendeppen (nennen wir sie Kevin und Janine) in unseren ach so jungfreulichen Block. In Tracht produzierte Generation Instagramm 1893 Terrabyte Filmmaterial der anwesenden Fußballassis für den eigenen Social Media Account, vergaß dabei das Biertrinken nicht und wusste durch typische Hipsterallüren mit tätowierten Unterarmen zu gefallen. Boah, scheiß Zweitmarkt und scheiß Gesellschaft…
Der VfB spielte wie immer, also gar nicht, und schaffte es dennoch den Bremern das 1:0 unterzujubeln, nachdem Didavi mit einem Traumpass (wenn man ganz ehrlich ist verteidigt den Ball normalerweise jeder Bundesligaprofi) Donis einsetzte, der am indisponiert raus stürmenden Bremer Keeper nur noch vorbei rennen musste und dann zum 1:0 einnetzte. Danach zogen die Bremer noch eine Gelb-Rote Karte und der Kick war eigentlich entschieden (zumindest dachte man das). Nach der Halbzeit kam die Mannschaft mit einem klaren Plan, unfassbarem Druck und Chancen ohne Ende auf den Platz. Blöd nur, dass es die Bremer waren und nicht der VfB, die in der Pause einen Plan entwickelt hatten wie man denn nun noch zu einer Bude kommen könne.
Derweil war Kevin verschwunden und seine Janine biederte sich jedem männlichen Besucher des weiten Rundes an, doch mal Ihre Lidl-Tracht und Ihre KIK-Unterwäche zu betrachten. Selten habe ich mich so fremdgeschämt wie in dieser viertel Stunde. Als Kevin dann wieder auftauchte, verschlug es Janine wohl derart die Sprache, dass sie sich ein wenig erholen musste, fast vom Stuhl kippte und sich dann schlussendlich noch in den Block entleerte. Herrlich, da fährst Du seit Jahren mit krassen Leuten zum VfB, hast sicher schon unglaubliche Dinge erlebt und gesehen, aber dass einer in den Heimblock kotzt, muss erst Wasen und eine "feine Dame" zugegen sein. Krasser Scheiß… Kevin nahm die Situation routiniert (auch bedenklich) und ließ seine Janine erst mal im Stuhle sitzen, ehe er sie nach weiteren 10 Minuten dann endlich von Ihrem Leiden erlöste und mit raus nahm (um was auch immer mit ihr anzustellen, der kleine Schuft).
Ron „was man nicht sieht, kann man nicht halten“ Zieler war wohl von dieser surrealen Situation auch etwas aufgewühlt, so dass er kurzerhand einen Einwurf des ebenso pennenden Mitspielers Sosa in das eigene Tor verlängerte. Chaos Club eben. Dennoch erzielte Castro noch das 2:1 Siegtor, aber ganz ehrlich außer dem Ergebnis stimmte bei diesem Spiel gar nix. Die Bremer waren 90 Minuten die bessere Mannschaft und uns viel wieder mal sehr wenig ein.


Das Leiden geht also weiter, allez VfB und Janine nächstes Mal bitte blos aufs Oktoberfest!

 

 

 

   

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